Prävention von sexuellem Missbrauch

Konzeption der Katholischen Schule St. Alfons zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen

Alle Schülerinnen und Schüler sollen sich an unserer Schule sicher und geborgen fühlen. Aus diesem Grund gibt es bewährte Programme wie z.B. die Schülerlotsen, die Konfliktlotsen, die Vertrauenslehrer, die Beratungslehrer und einen Tag zur Gewaltprävention in Zusammenarbeit mit der Polizei. Außerdem wird das Programm zur Stärkung des Selbstwertgefühls (Lions Quest) seit dem Schuljahr 2012/2013 in den Klassenstufen 5 und 6 eingeführt.

Verschiedene Inhalte und Themen, die darüber hinaus speziell die Prävention von sexuellem Missbrauch zum Ziel haben, werden in diesem nun folgenden Konzept zusammengestellt und geordnet.

Ziele und Inhalte des Präventionskonzeptes

Das Präventionsprogramm soll nicht allein darauf reduziert werden, dass die Kinder lernen, sich zu wehren, selbst zu schützen und "Nein" zu sagen. Eine Prävention muss ebenso beinhalten, dass die erziehenden Erwachsenen (Eltern, Lehrkräfte, Erzieher) die Verantwortung für den Schutz der Kinder übernehmen. Diese Verantwortung darf nicht an die Kinder weitergeleitet werden, indem man sie nur mit Verhaltensanforderungen überhäuft bzw. überfordert!

Kein Kind kann sich alleine schützen. Es braucht die Eltern, Lehrkräfte und Erzieher, die es respektieren und ihm vermitteln, dass es Respekt verdient. Jedes Kind muss daher seine Rechte - und dies schließt diesbezüglich das Recht auf körperliche und sexuelle Mitbestimmung mit ein - kennen und wissen, wie und wo es sich Hilfe holen kann.

In diesem Zusammenhang müssen die Kinder aber auch wissen, dass ihre Rechte nicht von allen Menschen respektiert werden, sondern anderen Interessen zu Unrecht untergeordnet werden.

Aus diesem Grund brauchen die Kinder auch Erwachsene im schulischen Umfeld, die ihr Selbstbewusstsein stärken bzw. ihnen die Unterstützung geben, dieses aufzubauen. Kinder, die selbstbewusst und stark sind, haben ein geringeres Risiko, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden!

Ein Präventionskonzept sollte sich daher nicht nur darauf beschränken, Kinder vor dem Mitgehen mit Fremden etc. zu warnen. Diese Reduzierung auf Verbote und Verhaltensregeln überträgt indirekt die Verantwortung für den eigenen Schutz allein den Kindern. Dies hat zur Folge dass die Kinder im Fall eines Missbrauchs die Schuld bei sich suchen und nicht bei dem Täter.

Das Präventionsprogramm sollte aus diesem Grund der Schule die Möglichkeit geben, auch den Strategien der Täter und den für einen Missbrauch günstigen Umständen entgegenzuwirken. Die Kinder müssen im Schulalltag eine Atmosphäre erleben bzw. Erfahrungen sammeln, die im vollkommenen Widerspruch zu der Vorgehensweise eines Täters stehen. Denn nur dann lösen die Handlungen eines Täters bzw. eine Missbrauchstat bei den Kindern Irritationen aus. Diese Irritation führt dann dazu, dass das Kind sich nicht in sein Schicksal ergibt, sondern sich wehrt bzw. Unterstützung holt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Präventionsarbeit folgende Punkte beinhalten sollte:

1. Stärkung des Selbstbewusstseins

2. Kennenlernen der Rechte auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung

3. Aufklärung

4. Vermittlung bestimmter Verhaltensweisen, um konkrete Risikosituationen zu vermeiden

Die folgenden Präventionsthemen beinhalten die oben genannten Punkte sowie die Täterstrategien und sollen positiv formulieren, was erforderlich ist, um Missbrauch begünstigende Umstände zu verhindern oder zu minimieren.

Diesbezüglich hat sich das Kollegium im Mai 2012 im Rahmen eines Studientages mit dem Thema "Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen Möglichkeiten der Prävention" befasst. Dieser Studientag wurde vom Strohhalm e.V. durchgeführt. Im Jahr 2014 ist ein weiterer Studientag zum Thema "Sexuelle Übergriffe von Kindern und Jugendlichen", ebenfalls in Zusammenarbeit mit Strohhalm e.V. durchgeführt worden.

1. Dein Körper gehört dir

2. Unterscheidung von angenehmen und unangenehmen Gefühlen

3. Nein sagen

4. Unterscheidung von guten und schlechten Geheimnissen

5. Kinder haben ein Recht auf Hilfe

6. Kinder haben niemals Schuld

7. Identitätsfindung

Zu diesen thematischen Inhalten wurde eine Sammlung von Unterrichtsmaterialien, geordnet nach Klassenstufen (1/2,3/4, 5/6), von der Arbeitsgruppe zur Prävention von sexuellen Missbrauch nach eingehender Sichtung und Beratung angelegt. Aus dieser Sammlung kann sich jeder Kollege die Materialien, die er verwenden möchte, individuell zusammenstellen. Auch die inhaltliche Vernetzung mit anderen Fächern wurde hierbei berücksichtigt. Eine Liste dieser Materialien befindet im Anhang. Diese ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten begleiten die in den einzelnen Klassenstufen geplanten Projekte und Workshops die nun im Folgenden aufgeführt werden.

Für die Klassenstufen 1/2 wird die Lektüre einer der aufgeführten Ganzschriften empfohlen, die je nach Klassensituation und aktuellen Ereignissen individuell ausgewählt werden kann.

In den Klassenstufen 3/4 wird das Präventionsprogramm in Zusammenarbeit mit Strohhalm e.V. durchgeführt. Dieses Präventionsprogramm umfasst eine inhaltliche Vorbereitung der betreffenden Lehrkräfte und umfasst im Anschluss daran ein ausführliches Vorgespräch, einen thematischen Elternabend, 2 Workshoptage mit Kindersprechstunde und eine ausführliche Auswertung. Die Workshops greifen die in der Einleitung genannten Schwerpunkte auf.

In den Klassenstufen 5/6 wird in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Präventionsbeauftragten der Polizei ein Unterrichtstag zum Thema "Gewaltprävention" gestaltet. Möglicherweise werden auch hier Themen aus dem Bereich "Sexuelle Gewalt/sexueller Missbrauch" z.B. im Zusammenhang mit den neuen Medien besprochen. Darüber hinaus wäre es, je nach Verfügbarkeit, möglich in Zusammenarbeit mit "Innocence in Danger e.V." das interaktive Präventionsadventure "Offline" durchzuführen. Hierbei werden in einem etwa zweistündigen interaktiven Theaterstück Schüler spielerisch an das Thema "Sexualisierte Gewalt mittels digitaler Medien" herangeführt und lernen den sicheren Umgang mit Internet, Handy und Co. Auch zu diesem Projekt gehört ein thematischer Elternabend.

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